Die offene, ehrliche Kommunikation und die klare Kommunikation von Problemen ist ein Schlüssel für eine erfolgreiche Gruppe. Eine Methode, die allerdings viel Vertrauen und eine Gruppe aus “gestandenen” Leuten erfordert ist die soziometrische Wahl.

Ablauf

  1. Zunächst trifft die Gruppe gemeinsam eine einstimmige Entscheidung für eine soziometrische Wahl. Alleine dieser Entscheidungsfindung ist an sich ist bereits ein intensiver und wertvoller Gruppenprozess. Die Entscheidungsfindung der Gruppe sollte eine angemessene Zeit haben und jedes Gruppenmitglied sollte auch Gehör finden. Schon die Entscheidungsfindung an sich ist Teil des Prozesses. Es ist nicht schlimm wenn die Methode nicht durchgeführt wird und stattdessen die Diskussion an sich den Raum für offenes, ehrliches und respektvolles Feedback öffnet.
  2. Die “Spielregel” für die soziometrische Wahl ist denkbar einfach. Die Gruppe stellt sich so auf, dass jeder jedes andere Gruppenmitglied erreichen kann. (Bei großen Gruppen kann man auch mit zeigen auf die gewählten Personen arbeiten)
  3. Nun wird die Gruppe mit sehr einfachen, klaren Fragen konfrontiert:
    • Mit wem würdest Du am ehesten in Urlaub fahren?
    • Wer könnte an besten die Aufgabe x übernehmen?

    • (es ist hilfreich hier keine absoluten Fragen wie “wer ist…” zu stellen “wer könnte am ehesten” oder “wer könnte am besten” helfen wesentlich bei der Beantwortung)
  4. Jedes Gruppenmitglied berührt dann die zwei Personen auf die seine Wahl fallen würde. Ist die Gruppe zu groß kann auch auf die gewählten Personen gezeigt werden.
  5. Der Moderator nimmt sehr genau auf, wie das Feedback der gesamten Gruppe aussieht und visualisiert es.

Der Hauptnutzen der Methode besteht nicht im eigentlich sichtbaren “Abfrageprozess” sondern in dem nachgeschalteten Feedback Prozess. Dieser Feedbackprozess ist auch der Grund, warum die Methode nur nach einstimmiger Zustimmung der Gruppe erfolgen sollte. Jedes Gruppenmitglied kann jetzt nachfragen warum der Rest der Gruppe sich bei den Fragen in einer bestimmten Art und Weise entschieden hat.

Feedback

Die durch den Prozess ermittelten Einsichten ermöglichen es den Beteiligten Feedback von der Gruppe einzufordern. Dafür ist es wichtig, dass die Gruppenmitglieder verinnerlicht haben, dass Feedback keine Bedrohung für sie darstellt sondern eine großartige Gelegenheit für das persönliche Wachstum darstellen (siehe hierzu das Thema persönliche Veränderungsprozesse).

Sollte sich die Gruppe nicht zu einem einstimmigen “Ja” zur soziometrischen Wahl durchringen können, ist der Diskussionsprozess an sich bereits ein guter Anknüpfungspunkt. Mit der Äußerung von Pro und Kontra des Prozesses kann schon für sich einen Feedbackprozess in Gang setzen. Bereits von diesem Prozess kann die Gruppe profitieren.